Übernachtung der Kindergruppe I im DAV-Haus 2016

Seltene Jungvögel am DAV-Vereinshaus gesichtet

In der Nacht vom 10.06.2016 auf den 11.06.2016 konnte ich im Bereich des Vereinshauses eine Schar der äußerst seltenen Nachteulen beobachten. Bislang war über das Verhalten dieser scheuen Tiere wenig bekannt, nach dieser glücklichen Beobachtung sind aber endlich viele bislang offene Fragen geklärt. Die Schar bestand aus Jungtieren, die am frühen Abend von den Alttieren abgesetzt wurden. Um die Jungtiere, die in großen Teilen ein blaues Federkleid mit gelbem Schmuck trugen, besser unterscheiden zu können, habe ich ihnen Namen gegeben. Ich nenne sie Leonie, Brit, Jasper, Johannes, Joscha, Julian, Laurenz, Luke und Lorenz. Im Bereich des Tausendquellparks rotteten sie sich dann zusammen und es hatte den Anschein, als ob sie hier ein äußerst schwer zu durchschauendes Spiel spielten, das aus Scheinangriffen, Wegfliegen und Fangen zu bestehen schien. Die Jungtiere schienen dabei den Weisungen eines erfahrenen Weibchens zu folgen. Dieses Leitweibchen wurde von der Jungschar mit einem Ton gerufen, der wie „JJJeßßßiiii” klang. Bei anbrechender Dunkelheit flog die Schar dann zu den Klettertürmen des Vereinsheims, wohin ich sie leise verfolgte und dadurch weiter beobachten konnte. Bislang war noch gänzlich unbekannt wovon sich diese Tiere ernähren. Auch diese Frage kann ich jetzt beantworten: Sie ernähren sich von Bratwurst im Brötchen und besonders von Stockbrot, das sie geschickt mit ihren Krallen in die Flammen halten. Einige, wohl die besonders süßen, überzogen das fertige Nahrungsmittel noch mit einer braunen Tunke, die den jungen Nachteulen gut zu schmecken schien. Zumindest die Geräusche ließen darauf schließen. Völlig im Dunkeln lag bislang auch das Schlafverhalten dieser Spezies. Schlafen diese Lebewesen überhaupt? Und wenn ja, wie? Auch hierzu kann ich durch präzise Beobachtungen genaue Angaben machen. Die jungen Nachteulen schlafen erst weit nach Mitternacht, ein junges Weibchen, Brit, hatte ein tragbares Nest mitgebracht, einige, Lorenz und Luke, ruhten im Inneren des Hauses, die meisten aber legten sich einfach auf dem Rasen nieder, um nach einem sehr kurzen Schlaf von wenigen Stunden bereits wieder mit lautem Gekreische durch die Gegend zu fliegen. Besonders die beiden Jungvögel Laurenz und Julian scheinen kaum geruht zu haben. Die Ernährung in den Morgenstunden war dann überraschenderweise gänzlich anders als die am Abend. Hier nahm die Schar Brötchen mit Marmelade und Milch zu sich, die sie vorher geschickt beim nahe gelegenen Bäcker geholt hatten. Auch hier kam wieder die braune Tunke zum Einsatz. Nachdem sie gesättigt waren zeigten sie ein weiteres, sehr merkwürdiges Verhalten: Sie stellten sich mit ihren Füßen auf Pappdeckel, und versuchten, in einer Reihe über den Rasen zu gelangen. Was dieses Verhalten bedeutet, und warum sie nicht einfach rüberflogen, konnte ich bislang nicht klären. Ich bin sehr froh, mehr über das Verhalten dieser Nachteulen herausgefunden zu haben und bin gespannt auf weitere Beobachtungen.

Peter Schneider