Hochtour “Auf Ötzis Spuren”

Wer mehr Überblick will

Könnte Berge besteigen.

Erkennt nach einem Tag, dass Tape an den Fersen nicht schadet.

Erkennt nach zwei Tagen, dass der, der nach vier Stunden Aufstieg auch nur zwei Minuten später oben ist, nach drei gemeinsamen Touren quasi schon als Maskottchen für das sichere Erreichen aller (Gipfel-)Ziele gelten kann.

Erkennt nach drei Tagen, dass der mit dem breiten Kreuz und dem antiken Rucksack ein Neigungspädagoge ist, der selbst Angsthasen sicher und entspannt nach oben bringt und der eigenen Rucksacksammlung einen (wohl notwendigen) Spiegel vorhält.

Erkennt nach vier Tagen, dass man Tina wirklich überall hin folgen kann (ohne Sicht, ohne Weg, über Spalten zum „Top of DAV“ und dann zum „Top of Tirol“).

Erkennt nach fünf Tagen, dass einer irgendwie immer fit, gut gelaunt und frisch rasiert ist.

Erkennt nach sechs Tagen mal wieder, dass das mit dem Miteinander doch eine schicke Sache ist.

Erkennt nach sieben Tagen, dass der, der am ersten Tag schon vor dem ersten Schritt einen Schnaps ausgeben wollte ein stets hilfsbereiter, fitter und qualifizierter Kollege war, der am ersten Tag einen runden Geburtstag hatte und über die Woche hinweg am wenigsten von allen getrunken hat.

Erkennt nach vierzehn Tagen, dass der Youngster mit der seltsamen kleinen Filmkamera damit doch sehr beachtliche Erinnerungen zaubern kann und dass es für doch deutlich nördlich der Alpen gelegene Sektionen sinnig ist, in der Nachbarschaft (hier HSK, SO) nach netten Leuten Ausschau zu halten.

Sollte Berge besteigen. Und sieht dann auch:

Dass die Aussicht vom Similaun 2018 (3606) genauso gut ist wie die vom Großvenediger 2017 (20 m in jede Richtung)

Dass das Wetter für unverdrossene schon bald besser wird und dann sehr gut bleibt (Similaunhütte, Fineilspitze (3514), Hochjochhospiz, Brandenburger Haus (3277) (Top of DAV), Fluchtkugel (3500), Vernagthütte, Breslauer Hütte und Wildspitze (3798).

Dass die Ötzi Fundstelle sehenswert ist und das zu ihr von der Similaunhütte ein netter (m. E. familientauglicher) Steig führt.

Dass der DAV zwar ein eher konservativer Verein ist, sich aber (mittlerweile) auch kritisch und offen mit seiner Vergangenheit auseinandersetzt (Hinweistafeln am Hochjochhospiz und am Brandenburger Haus).

Dass sicher nicht nur Alpinisten etwas fehlen wird, wenn der letzte Alpengletscher abgeschmolzen ist.

Zuletzt bleibt (sicherlich im Namen aller sechs Männer) zu sagen: Vielen Dank, Tina! Mehr geht kaum! (Nimm uns wieder mit und wir steigen auch am letzten Tourentag wohl geordnet ab).

(Gerd Honsdorf)

zurück